Esoterik? Eher nicht ...

Mein Buch Die Heilkunst der Kelten steht in den Buchläden meist in den Regalen mit dem Oberbegriff Esoterik. Ein Grund dafür ist sicherlich der Verlag als Herausgeber, der für sein Sortiment mit entsprechender Literatur bekannt ist. Und tatsächlich sind ja auch die meisten Themen, über die ich damals geschrieben habe, in diesem Verkaufssegment ansiedelbar. Als Esoterikautor sehe ich mich allerdings selbst nicht und ich habe auch bislang kein weiteres Buch geschrieben, das in in diese Sparte passt.

Nahezu alle anderen Veröffentlichungen haben historische Inhalte. Allerdings scheine ich bei vielen "Esoterikern" (ich setze das Wort hier bewusst in Anführung, weil es mir als Begriff viel zu pauschal ist) mit meinem Keltenbuch einen speziellen Nerv getroffen zu haben. Ich habe in den letzten 20 Jahren einiges an elektronischer Post (und sogar ganz altmodisch in papierener Form) von Menschen erhalten, die mein Buch gelesen haben, die mir Fragen stellten, die mich persönlich kennen lernen wollten und so weiter. Einige musste ich gezielt enttäuschen, denn sie hielten mich für eine Art "Druiden", einen "Eingeweihten" oder was weiß ich für ein Sonderwesen. Und manche tun dies immer noch.

Es stimmt, dass ich mich selbst als hochsensibel, in gewisser Weise auch als sensitiv empfinde. Ich lebe seit frühester Kindheit damit, dass ich (jedoch nicht ständig und erst recht nicht auf Knopfdruck) Sachen wahrnehme, die der Mehrheit verborgen bleiben. Da ich einiges zu diesen Themen in meinem Buch gesagt habe, muss ich jetzt keine Einzelheiten wiederholen. Allerdings habe ich mich stets mehr oder weniger erfolgreich davor bewahrt, von der "Szene" vereinnahmt zu werden.

Ich habe in diesem Umfeld einfach zu viele große Egos getroffen. Menschen, die von sich glauben oder vorgeben "erwacht" zu sein, ein besonderes Wissen über die Welt zu besitzen und sich damit einer Elite zugehörig fühlen. Viele entpuppten sich bei genauerem Hinschauen als Blender oder aufgeblasene Windbeutel, die sich gerne interessant machen. Das ist nicht meine Welt.

Und ich bin sehr erstaunt darüber, wie viele Autorenkollegen, die den Esoterikbereich bedienen, seit Ausbruch der Pandemie den Schwurblern und Verschwörungsgläubigen nach dem Mund reden und schreiben, weil sie für sich einen Vorteil darin erkennen. Vom politischen Rechtsruck, der offensichtlich durch die Szene geht, ganz zu schweigen. 

Meine Sicht auf die Dinge ist schamanistisch. Schamanismus ist zeitlos, ideologiefrei und er existiert aus sich selbst heraus. Meinen persönlichen Schamanismus praktiziere ich in luziden Träumen. Dazu benötige ich keine Drogen, keine Rituale, keinen Guru, keine von Menschen gemachte Religion. Und eben auch keine Esoterik.