Der Heilige Gral - meine eigene Familiengeschichte?

Die Legende vom Heiligen Gral zählt zu den größten Mythen der Menschheitsgeschichte. Aber haben wir es hier tatsächlich nur mit einer Legende zu tun, also einer Geschichte, die über Generationen weitergegeben wurde, ohne einen wirklichen Wahrheitsgehalt zu besitzen? Dan Brown hat mit seinem Welterfolg The Da Vinci Code (Sakrileg) vor einigen Jahren große Aufmerksamkeit auf die Thematik gelenkt; vor allem auf die Vermutung, das Jesus und Maria Magdalena verheiratet gewesen seien und Kinder in die Welt gesetzt haben, deren Nachfahren auch heute noch unter uns sind. Viele Monate haben mein Bruder Jörg-Wolf Krämer und ich die alten Gralsgeschichten erforscht und uns mit den vielen Aspekten beschäftigt, die mit diesem Thema in Zusammenhang stehen. Resultat war unser Buch Der Heilige Gral - Wahres, Wahrscheinliches, Wundersames, das 2015 im Regionalia Verlag erschienen ist.

 

Die Tatsache, dass die Brüder und Schwestern Jesu Familien hatten und deren Nachfahren (Desposyni) führende Ämter in der frühen jüdisch-christlichen Kirche bekleideten, ist historisch belegt. Als sich das paulinische Christentum mit Rom als Glaubens- und Machtzentrale etablierte und alle anderen christlichen Richtungen jener Zeit zu Häresien erklärte, wurden sie an den Rand gedrängt. Innerhalb der Familien wurde das Wissen um die Herkunft natürlich von Generation zu Generation weitergegeben und es entwickelte sich ein Netzwerk, deren Mitgliedern es ein Anliegen war, das Wissen über die Blutlinie im Bewusstsein zu halten. Von Südfrankreich und den Britischen Inseln aus wuchs im Mittelalter ein familiäres Netz. Früh schon begann man durch Verheiratung innerhalb dieses Netzes die Blutlinie vor möglichen Verwässerungen zu schützen. Bekanntester Familienverband war die Sippe der Merowinger, die vom 4. bis zur Mitte des 7. Jahrhunderts große Teile Europas regierte. Die Autoren Baigent, Leigh und Lincoln und später Dan Brown haben viel über dieses Thema geschrieben.

Die Nachfahren der Merowinger haben das Bewusstsein über ihre Herkunft weitergepflegt, auch wenn es aus nachvollziehbaren Gründen schlau war, dieses Thema möglichst nicht nach außen zu tragen. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Manche gingen Bündnisse mit der katholischen Kirche ein und opferten damit zumindest formell ihre alten Stammbäume. Andere ließen die Thematik verschlüsseln. so entstanden Kunstwerke voller Symbolik. Auch die Gralslyrik enthält diese Symbolik, ebenso wie Dichtungen und Gesänge der Troubadoure. Heute gibt es zahlreiche Dynastien in Europa, deren Stammbäume auf die Merowinger zurückführbar sind. In diesem Zusammenhang ist es für uns als Autoren ziemlich unverständlich, dass es immer wieder einzelne Menschen gibt (den Franzosen Pierre Plantard etwa im Buch Der Heilige Gral und seine Erben, aber auch andere), die um diese Herkunft so ein Getöse machen. Zur Zeit leben weltweit einige tausend Menschen, die von den Merowingern und deren Vorfahren abstammen. Vielen ist es ziemlich schnuppe (wie den meisten meiner direkten Verwandten), manche wissen nichts darüber und andere finden das Ganze romantisch (wie ich). Wir stammen mütterlicherseits aus der brabantischen Familie v. Berlaer, die im Mittelalter aus den Verbindungen merowingischer Nachfahren in Südfrankreich, Lothringen und dem Rheinland entstanden ist.

Im Gegensatz zu einigen anderen Autoren haben wir unsere Herkunft im Buch nicht ein einziges Mal erwähnt. Wir wollten das eigene Thema nicht verkaufsfördernd aufblasen, sondern ein imformatives Sachbuch veröffentlichen. Mittlerweile habe ich allerdings schon begonnen, mich mit den diversen Heiligen, die aus dieser uralten Familie kamen, zu beschäftigen. Es sind einige zu ihrer Zeit (und auch heute noch) populäre Heilerinnen und Heiler darunter und ich weiß ja selbst, dass diese Tradition in unserer mütterlichen Linie bis heute weiterlebt. Momentan sammle ich noch Material und ich rechne damit, dass ich in fünf bis sechs Jahren ein Buch zum Thema Heilige und Heilung veröffentlichen kann. 

 

 

Format: Gebundene Ausgabe
.... und diese Frage wird beantwortet. Da bin ich nun am Ende meiner Reise, die mir zu Beginn des Buchs vom Autorenteam versprochen wurde. Eine lange Reise durch Fakten, Überlieferungen, Wahres, Hinzugedachtes und Fehlinterpretationen der längst vergangener Jahrhunderte. Nun bin ich am Ende dort angelangt, wo schon viele Suchende vor mir waren .... die Frage ob es den Gral gibt und was er ist, ob Dan Browns "Version der Dinge" Wahrheit ist oder Fiktion, ob der Gral gar kein materielles Stück Zeitgeschichte ist, oder ob es ihn vielleicht doch gibt .... Was würde dieses Gefäss verändern, wenn sein tatsächliches Vorhandensein enthüllt würde ? Über Blutlinien und deren Herrschaft über die Menschheit kann man viel diskutieren, aber letztendlich geht es immer um Glaube, dessen Entstehung man nicht beweisen kann. Jeder entscheidet sich was er/sie glauben möchte. Vorgefertigte Religionen helfen nicht weiter, denn sie sind von Menschen gemacht und interpretiert über Jahrhunderte. Ich habe das Fazit der Autoren gleich zweimal gelesen und bin fasziniert, denn in der Summe aller Dinge ist es doch das Wichtigste jedem sein persönliches Bild eines Glaubens zu lassen. Toleranz für Andersgläubige .... ein Thema, das gerade in der heutigen Zeit umso mehr Bedeutung erlangt im Hinblick auf die sich weltweit gegeneinander auflehnenden Religionen. Wer hat Recht, wer liegt falsch ? Eine zentrale Frage, die niemals aus einem vorgefertigten Denk-und Glaubensdiktat heraus beantwortet werden kann. Ich habe meine ganz persönliche Religion und das Thema "Gral" ist ein zentrales Element meines "Glaubens". Wichtig ist aber, dass dieses Buch nicht versucht die Wahrheit zu finden über den wahren und richtigen Glauben, sondern zusammfasst, was es zu bedenken gibt, wenn man sich dem Thema der Gralssuche nähert. Die Autoren kommen in ihrer eigenen Glaubensfrage zu einem mir sehr bewussten Ergebnis. Vielen Dank für die wertvolle Reise. Die letzten Gedanken dieses Buches werden mich noch eine Weile beschäftigen. 
Bewertungen unserer Kunden (auf thalia.de)
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von mammuti - 03.05.2017
einfach nur gut.. die krämers wie man sie kennt!